10 negative Glaubenssätze beim Deutschlernen (und wie du sie vermeidest)

B1, B2, C1, C2, Tipps

I - Deutsch ist zu schwierig

Auch wenn es dir noch schwer fällt, dich auf Deutsch auszudrücken, vergiss nicht, dass du auf jeden Fall schon genug Wortschatz hast, um einfache Gespräche zu führen. Du musst keine komplizierten Sätze formulieren. Starte da wo du bist und es wird immer besser.

LÖSUNG: Suche deutsche Lieder, die du sehr magst und singe sie laut mit. Es wird dir helfen, die Sprache anders zu erleben. Wenn du nicht singen willst, kannst du auch deutsche Texte laut lesen, in deinem Kopf einfache Sätze sagen oder vor dem Spiegel einen Dialog mit dir selbst führen. Es klingt vielleicht im ersten Moment komisch, aber es funktioniert.

II- Ich kann nicht reden

Auch wenn es dir noch schwer fällt, dich auf Deutsch auszudrücken, vergiss nicht, dass du auf jeden Fall schon genug Wortschatz hast, um einfache Gespräche zu führen. Du musst keine komplizierten Sätze formulieren. Starte da wo du bist und es wird immer besser.

LÖSUNG: Suche deutsche Lieder, die du sehr magst und singe sie laut mit. Es wird dir helfen, die Sprache anders zu erleben. Wenn du nicht singen willst, kannst du auch deutsche Texte laut lesen, in deinem Kopf einfache Sätze sagen oder vor dem Spiegel einen Dialog mit dir selbst führen. Es klingt vielleicht im ersten Moment komisch, aber es funktioniert.

III- Ich muss die Sprache sofort beherrschen

Das stimmt nicht. Jede Sprache ist eine Lernreise und es dauert, bis man sich wohl damit fühlt. Stell dir vor, wie andere Leute deine eigene Muttersprache lernen. Es wird dauern und das ist normal. Es gibt so viele Aspekte (Grammatik, Vokabeln, lesen, schreiben, sprechen…), die man nach und nach lernt.

LÖSUNG: Hab Geduld mit dir selbst und mach dir bitte keinen Druck! Ich selbst hatte nach etwa 4 Jahren zum ersten Mal den Eindruck, dass mein Sprachgefühl inzwischen wirklich gut geworden ist. Auch nach 15 Jahren (mehr als die Hälfte davon als Lehrerin) lerne ich immer noch Neues dazu.

IV- Ich kann nicht schreiben

Schreiben ist für Viele eine Herausforderung, weil wir dabei alles, was wir in den Bereichen Grammatik und Wortschatz gelernt haben, anwenden und umsetzen müssen. Manchen von uns fällt es auch zunehmend schwerer, mit der Hand auf Papier zu schreiben, weil wir so an das Tippen mit Autokorrektur gewöhnt sind. Du solltest als Übung regelmäßig kleine Texte verfassen (Einladung, Beschwerde, Leserbrief…) sodass dein Schreiben sich verbessert. 

Du musst dich dabei immer entscheiden zwischen formellen Texten (E-Mail oder Brief an Behörden oder Personen, die du nicht (gut) kennst => Anrede ”Sie”) und informelle Texte (E-Mail oder Brief an einem Freund oder an ein Familienmitglied => Anrede “du”)

LÖSUNG: Überlege zuerst, ob du die Person kennst oder nicht. Wenn du die Person nicht kennst, musst du mit einer förmlichen Anrede starten, zum Beispiel “Sehr geehrte Damen und Herren” oder “Sehr geehrte Frau Schmidt”. Wenn du die Person gut kennst, kannst du zum Beispiel mit "Hallo Frau Müller”, “Liebe Maria” oder “Lieber Paul” anfangen.

Danach überlegst du in drei bis vier Stichpunkten, was du genau sagen möchtest.

Punkt 1: Wem schreibst du? An deine Freundin Anna (informell) oder an Herrn Kraus - Mitarbeiter im Kundenservice (formell)?

Punkt 2: Worum geht es? z. B. “Die Mikrowelle, die ich bei Ihnen gekauft habe, funktioniert nicht mehr” (Artikel- und Rechnungsnummer einfügen)

Punkt 3: Wie kann die Firma mir helfen? z. B. Mikrowelle zur Reparatur bei mir abholen oder Mikrowelle austauschen.

Punkt 4: Sich bedanken und “Mit freundlichen Grüßen” verabschieden.

Schreiben ist wie Muskeltraining - je mehr wir üben, desto stärker werden wir.

V- Ich muss schnell reden 

Wenn du seit einiger Zeit Deutsch lernst und vielleicht schon in einem deutschsprachigen Land lebst, du hast den Eindruck, dass du genauso schnell reden musst, wie die Muttersprachler.

Ich bin überzeugt, dass du lieber langsamer reden solltest. So hast du genug Zeit, um zu überlegen, ob was du sagen willst, verständlich und grammatikalisch korrekt ist.

Keiner erwartet, dass du schnell sprichst! Das wichtigste ist dass man dich versteht.

LÖSUNG: Sprich langsamer, sodass du in Ruhe nachdenken und Fehler vermeiden kannst.

Zum Beispiel: “Ich weiß, dass du heute nicht kommen kannst.” Weil wir hier “dass” haben, muss das Verb am Ende stehen und es ist für dich einfacher, dich daran zu erinnern, wenn du langsam sprichst. 

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VI- Ich darf keinen Fehler machen/ Ich schäme mich, Fehler zu machen

Du darfst Fehler machen! Wir alle machen Fehler (sogar die Muttersprachler). Wir lernen, weil wir Fehler machen! Es gehört dazu und es ist gut so! Wenn meine Schüler nicht reden wollen, weil Sie Angst haben Fehler zu machen, sag ich ihnen, dass auch ich selbst immer noch Fehler mache und dass es nicht schlimm ist. Wir wachsen, weil wir aus unseren Fehlern lernen.

LÖSUNG: Hab mehr Empathie für deine Lernreise! Sei nicht so streng zu dir selbst und akzeptiere, dass es passieren kann. Es ist okay, wenn du dich ab und zu irrst und je mehr du lernst, desto seltener werden dir Fehler passieren.

VII- Ich muss alles sofort verstehen

Wenn eine andere Person deine Muttersprache lernt, kann sie auch nicht alles sofort verstehen und das ist normal. Es dauert, weil es eine Lernreise ist. Bei dir geht es auch so! Du lernst immer neue Sachen und trotzdem versteht man manchmal etwas nicht. Einige Personen reden sehr schnell, manchmal auch mit Akzent oder im Dialekt. Es ist in Ordnung. Dein Sprachniveau wird sich verbessern und du wirst immer mehr verstehen. Vergleiche dein Sprachniveau von heute mit dem von vor 6 Monaten. Merkst du etwas?

LÖSUNG: Traue dich zu fragen, wenn du etwas nicht verstehst! “Entschuldigung, könnten Sie das bitte wiederholen?” Oder “Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen?”. Du lernst und es gibt nichts Schöneres!

VIII- Ich lerne nicht so gut wie die Anderen

Sich mit den Anderen zu vergleichen ist immer schwierig und nicht realistisch! Jeder von uns hat seine Stärken und Schwächen. Manche von uns lernen Deutsch schon seit Jahren und brauchen nur eine kleine Auffrischung, andere haben gerade erst damit angefangen. Du solltest dich nicht mit den Anderen vergleichen, sondern mit dir selbst und mit deinem Sprachniveau vor 3, 6 oder 12 Monaten. So merkst du, wie sehr du selbst dich verbesserst. Wir sind alle an unterschiedlichen Punkten unserer Lernreise.

LÖSUNG: Fokussiere dich auf dich selbst und sei stolz auf deine Fortschritte! Ich bin stolz auf dich! Lerne weiter!

IX- Ich bin nicht gut in Deutsch

Du bist schon allein deshalb gut, weil du den Schritt gemacht hast, mit dem Deutschlernen zu beginnen! Nicht jeder hat die Zeit und Ausdauer, eine Fremdsprache zu lernen! Dein Sprachniveau gehört dir und es wird sich mit Übung und Geduld weiter verbessern.

LÖSUNG: Glaub an dich selbst! Keiner kann es besser als du! Du lernst Deutsch und das ist toll!

Hör deutsche Lieder, lies kleine Geschichten oder Kinderbücher, triff dich mit Deutschen oder mit anderen Leuten, die Deutsch lernen.

X- Ich verbessere mich nicht

Wir verbessern uns alle, wenn wir uns mit der Sprache beschäftigen. Du kannst immer Fortschritte machen und anders Deutsch lernen. Wenn du eine Pause mit der Grammatik machen möchtest, hast du viele andere Optionen.

LÖSUNG: Lies deutsche Zeitungen, Bücher oder Comics, hör deutschsprachige Podcasts, deutsche Lieder, schaue dir einen Film auf Deutsch (mit oder ohne Untertitel) an. Es gibt so viele Möglichkeiten, Deutsch zu lernen. Wähle aus, was dir am Besten gefällt.

Wenn du Fragen hast, kannst du gern hier schreiben: kontakt@deutsch-visuell.de